Experten fordern bereits Prävention in der Volksschule
Im letzten Jahr wurden 260 Jugendliche in die Grazer Universitätsklinik eingeliefert, zwei Drittel mehr als vor zehn Jahren. Da die Trinker immer jünger werden, fordern die Experten, dass Kinder schon viel früher über die Gefahren von Alkohol aufgeklärt werden sollen.
Prävention viel früher ansetzen
Vor 20 Jahren haben Jugendliche mit 15 ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht, heute beginnt das schon mit elf oder zwölf Jahren, sagt Suchtexperte Michael Musalek vom Anton-Proksch-Institut in Wien. Dies hat zur Folge, dass präventive Maßnahmen schon in der Volksschule erforderlich sind.
Christoph Lagemann vom Institut für Suchtprävention in Linz beklagt, dass es nicht nur an einer gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema fehlt, sondern auch an der Vorbereitung durch Gespräche im Elternhaus bzw. durch Präventionsstellen, die zu wenig Geld hätten. Viele Jugendliche wüssten bei ihrem ersten Rausch nicht, wie Alkohol wirkt, insbesondere, dass der Rausch sich nicht parallel zur Trinkmenge entwickelt, sondern erst ein bisschen später kommt.
Problembewusstsein schaffen
Das Gesundheitsministerium hat vor geraumer Zeit eine neue Kampagne mit dem Namen "echt cool" gestartet. Alle Schüler der vierten Klasse Volksschule haben Infomaterial über die Gefahren von Alkohol erhalten. Allerdings sei es keine Lösung, nur bei den Jugendlichen und Kindern anzusetzen, meint Suchtexperte Musalek.
Vielmehr fordert er österreichweite präventive Kampagnen, die sich vor allem auf die Erwachsenen beziehen: "Denn wenn die Erwachsenen kein Problembewusstsein haben, dann werden es die Jugendlichen schon gar nicht haben“. Man müsse damit aufhören den Alkohol zu bagatellisieren. Ein Rausch sei eine Vergiftung, und das müsse man den Kindern auch frühzeitig vermitteln.






